Selten oder so gut wie nie kann man die Gründungsgeschichte eines Ortes auf Jahr und Tag, genau
datieren wie das bei einem Verein der Fall ist. Unsere Vereine sind in den wenigsten; Fällen älter als
hundert Jahre.
In Rotfelden gilt dies nur für den Kriegerverein, der vor nunmehr 120 Jahren als
erster Verein im Ort gegründet worden ist, aber schon vor vielen Jahrzehnten zu existieren
aufgehört hat. Die Gründungszeit des Dorfes liegt dagegen weit zurück in der beinahe schriftlosen
Zeit des frühen Mittelalters. Als der Sportverein Rotfelden vier Jahre nach dem Ende des Ersten
Weltkriegs gegründet wurde, war der Ort Rotfelden wohl schon etwa tausend Jahre alt. Die erste schriftliche
Erwähnung des Ortes findet sich nämlich in einer Urkunde des deutschen Königs Heinrich II. vom
Jahr 1005. In diesem Jahr schenkte der König vierzehn Dörfer samt allen Einwohnern und
Besitztümern an das Georgskloster in Stein am Rhein (unterhalb von Konstanz). Davon waren vier
Dörfer aus unserer Gegend: Nagold, Effringen, Rotfelden und Sindelstetten (ehemals bei
Egenhausen). Über das Dorf Rotfelden und seine Bewohner ist in den nächsten drei, vier
Jahrhunderten fast nichts zu erfahren. In den wenigen einschlägigen Urkunden sind hauptsächlich
nur die Personen genannt, die Besitz im Ort und Rechte am Ort und dessen Bewohnern hatten und
darüber verfügen konnten. Ein solcher adeliger Herr war der in einer Schenkungsurkunde um das
Jahr 1090 für das Kloster Hirsau genannte "Erlewinus de Ratfelden". Erlewin ist der erste
namentlich bekannte Rotfelder; er stand vermutlich in Beziehung - vielleicht sogar
verwandtschaftlicher - zu dem damals mächtigen Grafen von Calw.
Im Zuge der heutigen Gleichberechtigung soll hier auch die bisher erste namentlich bekannte
Person weiblichen Geschlechts aus Rotfelden Erwähnung finden. Sie tritt urkundlich vor fast genau
700 Jahren in Erscheinung — also gerade zwei Jahrhunderte nach dem ersten männlichen Rotfelder -
und wird "Hailwig de Ratvelt" genannt. Hailwig von Ratvelt oder Ratfeld wollte im Jahr 1294
zusammen mit ihrem Ehemann Heinrich (genannt Zebanach) ihre in Haiterbach gelegenen Güter an
das neuerrichtete Kloster auf dem Kniebis verkaufen. Die Namen von bürgerlichen Einwohnern in
Rotfelden werden erstmals 6 Jahrzehnte! später genannt und zwar im Zusammenhang mit einer
Verpfändung des ganzen Dorfes Rotfelden einschließlich seiner Bewohner, die damals sicher nur
aus Bauernfamilien und ihrem Gesinde bestanden haben. Diese Verpfändung war die Folge der
finanziellen Situation der damaligen Landesherren, welche vermutlich ebenso gut zu wirtschaften
verstanden wie heutige Politiker. Landesherr im Jahr 1353 war Graf Burkhard V von Hohenberg-
Wildberg, dessen "Land" in der Fläche aber nicht einmal ein Viertel des heutigen Landkreises Calw
ausmachte, nach der Zahl seiner Bewohner noch weit weniger. Graf Burkhard befand sich damals
offenbar in großer Geldverlegenheit und mußte deshalb sogar seinen eigenen Sohn Konrad
anpumpen. Graf Konrad hat seinem Vater das Geld aber nicht umsonst vorgestreckt, sondern sich
dafür ein Pfandobjekt geben lassen. Für das geliehene Geld-200 Pfund guter alter Heller (48 000
Silberpfennige) - erhielt Graf Konrad von seinem Sohn Burkhard das Dorf Rotfelden mit allen
Leuten, Häusern, Gütern, Einkünften und Rechten. In Gewicht umgerechnet betrug der Preis etwa
60-70 Kilogramm Silber - so viel war Rotfelden damals insgesamt wert.
Es war anscheinend nur ein kurzatmiger Lösungsversuch der finanziellen Probleme des
Landesherren. Zwei Jahre später wurde die Herrschaft der Wildberger Linie der Grafen von
Hohenberg zwischen den beiden Söhnen des Grafen Burkhard aufgeteilt. Rotfelden fiel nun an die
noch kleinere Herrschaft Hohenberg- Altensteig des Grafen Konrad (1355). Zwar hielt sich dieser
Zwergstaat am längsten von allen hohenbergischen Teilherrschaften selbständig, aber nach gut vier
Jahrzehnten war auch er am Ende und wurde von den Markgrafen von Baden erworben (1397/98).
So kam es, daß Rotfelden gemeinsam mit den zwei Weilern Pfrondorf und Mindersbach eine kleine
badische Exklave im umgebenden württembergischen Gebiet bildete. Von den vier heutigen
Ortsteilen der Gemeinde Ebhausen gelangte es am spätesten an Württemberg. Wenden ist am
frühesten württembergisch geworden (um 1340), Ebershardt folgte 1363, Ebhausen 1440 und
Rotfelden erst 1603, als der bislang badische Amtsbezirk Altensteig in einem Tauschvertrag mit der
Markgrafschaft vom Herzog von Württemberg erworben wurde. Noch vor dem Dorf und seinen
Bewohnern war aber die Rotfelder Kirche - die erstmals 1275 schriftlich erwähnt ist - von
Württemberg aus der Hand der Stadt Zürich erkauft worden (1543). Dies war eine Folge der
politischen Entwicklung in der Reformationszeit. Sechzig Jahre lang hatten nun die badischen
Rotfelder Württemberger als Pfarrherren. Die Rotfelder Pfarrfamilien von 1543-1603 waren somit
staatsrechtlich die einzigen „Ausländer" im Ort. Bald darauf, noch in der Anfangszeit des
Dreißigjährigen Krieges, wurde das Kirchenschiff abgerissen und größer aufgebaut 1627-28) Eine
der am frühesten überlieferten Katastrophen im Dorf ereignete sich am 19. Juli 1559, als "zu
Rottfeld ein grosse Brunst gewesen", wobei vermutlich der ganze oder größte Teil des Fleckens
"verbronnen" ist. Man mußte noch viele Jahrzehnte lang deshalb Schuldzinsen an das katholische
Stift Horb zahlen, von dem man in der Not ein sehr großes Kapital von 300 Gulden zum Wieder-
aufbau des Dorfes hatte entleihen müssen. Inzwischen war der Dreißigjährige Krieg (1618-1648)
ausgebrochen, der die größte Katastrophe nicht nur in der Geschichte des Dorfs Rotfelden, sondern
auch in der des württembergischen Landes brachte. Im Pestjahr 1635 starben in Rotfelden 186
Menschen, über die Hälfte der Einwohnerschaft. Beim politischen und kirchlichen Wiederaufbau
des Landes nach dem großen Krieg, machten sich vor allem die vier Söhne des Rotfelder Pfarrers
Johannes Zeller verdient.Nicht nur als Stammeltern vieler Gelehrter, Forscher und Theologen in
ganz Deutschland, sondern auch auf Grund ihrer persönlichen Leistungen sind sie die berühmtesten
Rotfelder geworden. Der Jurist und Diplomat Dr. Johann Ulrich Zeller und sein Bruder, der
Theologe, evangelische Abt von Alpirsbach und Assessor der württembergischen
Landschaft(entspricht dem Rang eines heutigen Landtagspräsidenten)Johannes Zeller sind in
Rotfeldens Pfarrhaus, dem ältesten heute noch bestehenden Wohnhaus (Bulacher Weg 4), in den
Jahren 1615 und 1620 geboren worden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war das Dorf
ausgeblutet,verarmt und zerfallen. Hungersnöte plagten die Bevölkerung.Noch über hundert Jahre
lang litt man an den schweren Folgen des Krieges. Es gab keine Aufbauhilfen wie heutzutage,die
Überlebenden hatten unglaublich schwer zu arbeiten, um mit Fleiß und Zähigkeit das Land wieder
herzustellen. Noch im 19. Jahrhundert waren Teile der Bevölkerung so arm, dass sie kein Brennholz
zum Heizen im Winter hatten. Die zahlreichen Auswanderungen um 1810 nach Rußland, Polen und
Preußen, seit etwa 1840 nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika haben in der
wirtschaftlichen Not ihren hauptsächlichsten Grund, nicht in den politischen Verhältnissen,wie
beamtete Lexikonhistoriker immer noch, auch in Schulbüchern, verbreiten. Auch in Rotfelden
waren unter den Auswanderern bemerkenswert viele Witwen mit Kindernund "ledige
Weibspersonen".Mit der zunehmenden Technisierung im 1871 gegründeten zweiten Deutschen
Kaiserreich wurde auch hier allmählich Wohlstand fühlbar und wurden staatliche Hilfsmaßnahmen
gesetzlich festgelegt, wenn auch immer noch lange Arbeitszeiten und harte Handarbeit üblichEs war anscheinend nur ein kurzatmiger Lösungsversuch der finanziellen Probleme des
Landesherren. Zwei Jahre später wurde die Herrschaft der Wildberger Linie der Grafen von
Hohenberg zwischen den beiden Söhnen des Grafen Burkhard aufgeteilt. Rotfelden fiel nun an die
noch kleinere Herrschaft Hohenberg- Altensteig des Grafen Konrad (1355). Zwar hielt sich dieser
Zwergstaat am längsten von allen hohenbergischen Teilherrschaften selbständig, aber nach gut vier
Jahrzehnten war auch er am Ende und wurde von den Markgrafen von Baden erworben (1397/98).
So kam es, daß Rotfelden gemeinsam mit den zwei Weilern Pfrondorf und Mindersbach eine kleine
badische Exklave im umgebenden württembergischen Gebiet bildete. Von den vier heutigen
Ortsteilen der Gemeinde Ebhausen gelangte es am spätesten an Württemberg. Wenden ist am
frühesten württembergisch geworden (um 1340), Ebershardt folgte 1363, Ebhausen 1440 und
Rotfelden erst 1603, als der bislang badische Amtsbezirk Altensteig in einem Tauschvertrag mit der
Markgrafschaft vom Herzog von Württemberg erworben wurde. Noch vor dem Dorf und seinen
Bewohnern war aber die Rotfelder Kirche - die erstmals 1275 schriftlich erwähnt ist - von
Württemberg aus der Hand der Stadt Zürich erkauft worden (1543). Dies war eine Folge der
politischen Entwicklung in der Reformationszeit. Sechzig Jahre lang hatten nun die badischen
Rotfelder Württemberger als Pfarrherren. Die Rotfelder Pfarrfamilien von 1543-1603 waren somit
staatsrechtlich die einzigen „Ausländer" im Ort. Bald darauf, noch in der Anfangszeit des
Dreißigjährigen Krieges, wurde das Kirchenschiff abgerissen und größer aufgebaut 1627-28) Eine
der am frühesten überlieferten Katastrophen im Dorf ereignete sich am 19. Juli 1559, als "zu
Rottfeld ein grosse Brunst gewesen", wobei vermutlich der ganze oder größte Teil des Fleckens
"verbronnen" ist. Man mußte noch viele Jahrzehnte lang deshalb Schuldzinsen an das katholische
Stift Horb zahlen, von dem man in der Not ein sehr großes Kapital von 300 Gulden zum Wieder-
aufbau des Dorfes hatte entleihen müssen. Inzwischen war der Dreißigjährige Krieg (1618-1648)
ausgebrochen, der die größte Katastrophe nicht nur in der Geschichte des Dorfs Rotfelden, sondern
auch in der des württembergischen Landes brachte. Im Pestjahr 1635 starben in Rotfelden 186
Menschen, über die Hälfte der Einwohnerschaft. Beim politischen und kirchlichen Wiederaufbau
des Landes nach dem großen Krieg, machten sich vor allem die vier Söhne des Rotfelder Pfarrers
Johannes Zeller verdient.Nicht nur als Stammeltern vieler Gelehrter, Forscher und Theologen in
ganz Deutschland, sondern auch auf Grund ihrer persönlichen Leistungen sind sie die berühmtesten
Rotfelder geworden. Der Jurist und Diplomat Dr. Johann Ulrich Zeller und sein Bruder, der
Theologe, evangelische Abt von Alpirsbach und Assessor der württembergischen
Landschaft(entspricht dem Rang eines heutigen Landtagspräsidenten)Johannes Zeller sind in
Rotfeldens Pfarrhaus, dem ältesten heute noch bestehenden Wohnhaus (Bulacher Weg 4), in den
Jahren 1615 und 1620 geboren worden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war das Dorf
ausgeblutet,verarmt und zerfallen. Hungersnöte plagten die Bevölkerung.Noch über hundert Jahre
lang litt man an den schweren Folgen des Krieges. Es gab keine Aufbauhilfen wie heutzutage,die
Überlebenden hatten unglaublich schwer zu arbeiten, um mit Fleiß und Zähigkeit das Land wieder
herzustellen. Noch im 19. Jahrhundert waren Teile der Bevölkerung so arm, dass sie kein Brennholz
zum Heizen im Winter hatten. Die zahlreichen Auswanderungen um 1810 nach Rußland, Polen und
Preußen, seit etwa 1840 nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika haben in der
wirtschaftlichen Not ihren hauptsächlichsten Grund, nicht in den politischen Verhältnissen,wie
beamtete Lexikonhistoriker immer noch, auch in Schulbüchern, verbreiten. Auch in Rotfelden
waren unter den Auswanderern bemerkenswert viele Witwen mit Kindernund "ledige
Weibspersonen"'.Mit der zunehmenden Technisierung im 1871 gegründeten zweiten Deutschen
Kaiserreich wurde auch hier allmählich Wohlstand fühlbar und wurden staatliche Hilfsmaßnahmen
gesetzlich festgelegt, wenn auch immer noch lange Arbeitszeiten und harte Handarbeit üblich
waren. Rotfelden war immer noch durchweg bäuerlich geprägt, auch die im Ort lebenden
Handwerker betrieben nebenher, noch eine kleine Landwirtschaft. Bei einer Bevölkerungszahl von
rund 600 Personen Laut der steuerlichen Erfassung gab es im Jahr 1937 in Rotfelden 58 Gebäude
davon waren 23 reine Wohnhäuser, 16 Scheunen und 19 als Wohnhäuser und Scheuer kombinierte
Gebäude. An Handwerkern gab es 8 Zeugmacher, 3 Weber, 3 Bäcker, ein Zimmermann, ein
Schmied, ein Wagner und ein Schneider.An öffentlichen Gebäuden gab es bereits ein Schulhaus, ein
Waschhaus und ein Armenhaus.Um die Mitte des 18. Jahrhunderts kamen die ersten gemeindlichen
Betriebe auf, eine Ziegelhütte und eine Mahlmühle gab es vor 140 Jahren in Rotfelden immerhin
rund 320 Stück Rindvieh (Ochsen, Stiere, Kühe, Rinder und Kälber), 15 Pferde, rund 150 Schafe,
fast 100 Schweine und etwa 30 Bienenstöcke. Rotfelden gehörte damit zu den vermöglicheren
Gemeinden des Bezirks, wohl auch durch den beinahe sprichwörtlichen Fleiß der "Eulen". So wird
in der 1862 im Druck erschienenen Oberamtsbeschreibung Nagold über die Rotfelder berichtet:
"Die Einwohner sind sehr fleißige, geordnete Leute; religiöser Sinn, der sich nicht selten bis zum
strengen Pietismus steigert, wird bei ihnen beinahe allgemein getroffen. Die Erwerbsmittel bestehen
in Feldbau, Viehzucht, Taglohn arbeiten und Waldsamen sammeln. Neben den nöthigsten
Handwerkern bestehen 2 Schildwirthschaften mit Brauereien und eine großartige
Branntweinbrennerei von W. Stähle, der hier sein großes Gut rationell bewirthschaftet." Der hier
genannte große Gutsbetrieb war das Anwesen des vor dem Ort auf der Stelle eines früheren großen
Weihers erbauten Gasthofes zum "Hirsch". Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden wichtige
öffentliche Versorgungseinrichtungen geschaffen: 1901 erfolgte der Anschluß an die
Schwarzwaldwasserversorgung. Die Hauswasserleitungen für jedes Haus machten jedoch bis heute
nicht den (ehemals mit Holzdeicheln unterhaltenen ) Gemeindebrunnen überflüssig. 1906/1907
endete die Zeit der Öllampenbeleuchtung, Rotfelden wurde an das von Cletus Klingler in Nagold
begründete Elektrizitätswerk angeschlossen, das nicht nur elektrischen Strom für die Beleuchtung,
sondern vor allem auch Kraftstrom für bisher anstrengende Handarbeiten wie Dreschen, Sägen,
Bohren Schleifen und a.m. lieferte. Im Ersten Weltkrieg 1914-1918 - Rotfelden zählte damals 650
Einwohner - wurden 126 Mann eingezogen, von denen 20 nicht mehr zurückkehrten. Im Zweiten
Weltkrieg waren die Verluste noch weit größer. Dazu kam im April 1945 der Einmarsch
französischer und marokkanischer Soldaten. Den Wiederaufbaujahren nach dem Krieg folgte eine
wirtschaftliche Blüte, die sich auch hier wie anderorts deutlich bemerkbar machte.
Sie hatte aber auch eine sich allmählich durchsetzende völlige Strukturänderung des alten
Bauerndorfes zur Folge, die im Rückblick und im Vergleich zur langen vorangegangenen
Ortsgeschichte direkt rasant zu nennen ist. Industrie betriebe zogen immer mehr Arbeitskräfte als
Auspendler an, wobei für Rotfelden die Daimler-Werke in Sindelfingen die meisten Arbeitsplätze
boten. Bereits 1957 gab es 167 Auspendler. Hingegen ging die Landwirtschaft mehr und mehr
zurück, das konnten auch drei Aussiedlerhöfe nicht mehr aufhalten. Gab es Ende 1966 bei einem
Bevölkerungsstand von 684 Personen noch 549 Stück Rindvieh und 672 Schweine, so waren es 19..
bei einer Bevölkerungszahl von ... noch... Stück Rindvieh und Schweine, 1960 gab es nach
Mitteilung des Statistischen .. Landesamtes in Rotfelden noch 113 landwirtschaftliche
Haupterwerbsbetriebe, 1996 waren es gerade noch Nebenerwerbsbetriebe. Auch im handwerklichen
Bereich vollzog sich ein entsprechender Wandel. An Stelle der früheren, im eigentlichen Wortsinn
tätigen "Hand"-Werker wie Wagner, Schmiede, Küfer, Schreiner, Schuhmacher, Schneider, deren
Arbeit eng mit der herrschenden Landwirtschaft verzahnt war, traten zeittypisch neue wie
Elektriker. Heute gibt es 4 im Ort ansässige Firmen und Betriebe mit mehreren
Arbeitsplätzen: . . . . .. Im Jahr 1962 wurde das neue Mehrzweckgebäude Rathaus-Kindergarten-waren. Rotfelden war immer noch durchweg bäuerlich geprägt, auch die im Ort lebenden
Handwerker betrieben nebenher, noch eine kleine Landwirtschaft. Bei einer Bevölkerungszahl von
rund 600 Personen Laut der steuerlichen Erfassung gab es im Jahr 1937 in Rotfelden 58 Gebäude
davon waren 23 reine Wohnhäuser, 16 Scheunen und 19 als Wohnhäuser und Scheuer kombinierte
Gebäude. An Handwerkern gab es 8 Zeugmacher, 3 Weber, 3 Bäcker, ein Zimmermann, ein
Schmied, ein Wagner und ein Schneider.An öffentlichen Gebäuden gab es bereits ein Schulhaus, ein
Waschhaus und ein Armenhaus.Um die Mitte des 18. Jahrhunderts kamen die ersten gemeindlichen
Betriebe auf, eine Ziegelhütte und eine Mahlmühle gab es vor 140 Jahren in Rotfelden immerhin
rund 320 Stück Rindvieh (Ochsen, Stiere, Kühe, Rinder und Kälber), 15 Pferde, rund 150 Schafe,
fast 100 Schweine und etwa 30 Bienenstöcke. Rotfelden gehörte damit zu den vermöglicheren
Gemeinden des Bezirks, wohl auch durch den beinahe sprichwörtlichen Fleiß der "Eulen". So wird
in der 1862 im Druck erschienenen Oberamtsbeschreibung Nagold über die Rotfelder berichtet:
"Die Einwohner sind sehr fleißige, geordnete Leute; religiöser Sinn, der sich nicht selten bis zum
strengen Pietismus steigert, wird bei ihnen beinahe allgemein getroffen. Die Erwerbsmittel bestehen
in Feldbau, Viehzucht, Taglohn arbeiten und Waldsamen sammeln. Neben den nöthigsten
Handwerkern bestehen 2 Schildwirthschaften mit Brauereien und eine großartige
Branntweinbrennerei von W. Stähle, der hier sein großes Gut rationell bewirthschaftet." Der hier
genannte große Gutsbetrieb war das Anwesen des vor dem Ort auf der Stelle eines früheren großen
Weihers erbauten Gasthofes zum "Hirsch". Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden wichtige
öffentliche Versorgungseinrichtungen geschaffen: 1901 erfolgte der Anschluß an die
Schwarzwaldwasserversorgung. Die Hauswasserleitungen für jedes Haus machten jedoch bis heute
nicht den (ehemals mit Holzdeicheln unterhaltenen ) Gemeindebrunnen überflüssig. 1906/1907
endete die Zeit der Öllampenbeleuchtung, Rotfelden wurde an das von Cletus Klingler in Nagold
begründete Elektrizitätswerk angeschlossen, das nicht nur elektrischen Strom für die Beleuchtung,
sondern vor allem auch Kraftstrom für bisher anstrengende Handarbeiten wie Dreschen, Sägen,
Bohren Schleifen und a.m. lieferte. Im Ersten Weltkrieg 1914-1918 - Rotfelden zählte damals 650
Einwohner - wurden 126 Mann eingezogen, von denen 20 nicht mehr zurückkehrten. Im Zweiten
Weltkrieg waren die Verluste noch weit größer. Dazu kam im April 1945 der Einmarsch
französischer und marokkanischer Soldaten. Den Wiederaufbaujahren nach dem Krieg folgte eine
wirtschaftliche Blüte, die sich auch hier wie anderorts deutlich bemerkbar machte.
Sie hatte aber auch eine sich allmählich durchsetzende völlige Strukturänderung des alten
Bauerndorfes zur Folge, die im Rückblick und im Vergleich zur langen vorangegangenen
Ortsgeschichte direkt rasant zu nennen ist. Industrie betriebe zogen immer mehr Arbeitskräfte als
Auspendler an, wobei für Rotfelden die Daimler-Werke in Sindelfingen die meisten Arbeitsplätze
boten. Bereits 1957 gab es 167 Auspendler. Hingegen ging die Landwirtschaft mehr und mehr
zurück, das konnten auch drei Aussiedlerhöfe nicht mehr aufhalten. Gab es Ende 1966 bei einem
Bevölkerungsstand von 684 Personen noch 549 Stück Rindvieh und 672 Schweine, so waren es 19..
bei einer Bevölkerungszahl von ... noch... Stück Rindvieh und Schweine, 1960 gab es nach
Mitteilung des Statistischen .. Landesamtes in Rotfelden noch 113 landwirtschaftliche
Haupterwerbsbetriebe, 1996 waren es gerade noch Nebenerwerbsbetriebe. Auch im handwerklichen
Bereich vollzog sich ein entsprechender Wandel. An Stelle der früheren, im eigentlichen Wortsinn
tätigen "Hand"-Werker wie Wagner, Schmiede, Küfer, Schreiner, Schuhmacher, Schneider, deren
Arbeit eng mit der herrschenden Landwirtschaft verzahnt war, traten zeittypisch neue wie
Elektriker. Heute gibt es 4 im Ort ansässige Firmen und Betriebe mit mehreren
Arbeitsplätzen: .. . . .. Im Jahr 1962 wurde das neue Mehrzweckgebäude Rathaus-Kindergarten-
Feuerwehrmagazin auf dem Platz des 10 Jahre vorher abgebrannten Bühler'schen Hofes
("Altschulze") eingeweiht. Ein neues Schulgebäude wurde 1967 im Neubaugebiet "Stöck" erstellt.
Zugleich eine Turn- und Festhalle erstellt. Das nun leerstehende alte Schulgebäude und Rathaus
wurde 1991-1992 renoviert, wobei auch als Ersatz für das 1972 abgerissene Backhaus aus dem Jahr
1867 eine Backstube im Erdgeschoß hinzukam. Die freiwillige Feuerwehr erhielt 1993 ein neues
Magazingebäude in den Kenerwiesen, wodurch ein Erweiterungsbau für den neuen Kindergarten
möglich wurde, den man 1994 einweihte. Grundlegend renoviert wurde 1986-1988 die alte
Pfarrscheuer, als schmuckes Gemeindehaus dient das dreihundert Jahre alte Gebäude heute für
Veranstaltungen der Evangelischen Kirchengemeinde und auch für private Feierlichkeiten.
Stark verändert und umgestaltet wurde in den Jahren 19.. 19.. die altvertraute Dorfmitte. Dabei
fielen das ehemalige Back- und Waschhaus (später Molke) und die alte Friedenslinde den
Straßenbaumaßnahmen zum Opfer. Schon vorher war das Waaghäusle, lange Zeit hindurch der
Treffpunkt im Ort, entfernt worden. Der Dorfbrunnen wurde neben die neue Omnibushaltestelle mit
Wartehäuschen in der Ortsmitte versetzt. Verkleinert wurde der Kirchhof an der Südseite infolge
Rücksetzung der Mauer wegen Verbreiterung des "Neuen Sträßle". Auf dem Friedhof wurde
hingegen 1974 eine Leichenhalle erstellt. Nicht nur im Ort, sondern auch um den Ort herum
veränderte sich in den letzten Jahrzehnten das Bild. In der "Wanzen", im "Ottenbühl" und vor allem
in der "Stöck" und "Steinmauern" entstanden großflächige neue Wohngebiete. Durch Zuzüge ist die
Bevölkerung inzwischen (1997) auf 992 Einwohner angestiegen. Die in den vergangenen dreißig
Jahren erschlossenen und bebauten Wohnflächen übertreffen das alte Dorf bei weitem an Aus-
dehnung. Der 31.Dezember 1974 war der letzte Tag des selbständigen Ortes Rotfelden. Seit dem 1.
Januar 1975 sind die vier Orte Ebhausen, Rotfelden, Ebershardt und Wenden zu einer Gemeinde
zusammengeschlossen. Spezielle Interessen von Rotfelden werden seither durch den achtköpfigen
Ortschaftsrat gegenüber Gesamtgemeinderat und Verwaltung vertreten. Auch die selbständige
Schule in Rotfelden endete .... Zur Zeit wird das Schulhaus im Lerchenweg als Teil des
Gesamtschulverbands Ebhausen-Rohrdorf fün ... Grundschulklassen genutzt, deren Schüler aus
Rotfelden ... kommen. So hat sich das äußere Bild als auch die Struktur des Dorfes in den letzten
drei Jahrzehnten sehr stark verändert, unvergleichlich stärker als in allen Jahrhunderten seines
Bestehens zuvor. Dies gilt auch für die Zusammensetzung der Bevölkerung, die Lebensweise und
die Freizeitgestaltung. Von dieser Strukturveränderung betroffen sind auch die Vereine. Andererseits
sind die Vereine in gewisser Weise zu Erben der integrativen Kräfte des Ortes geworden. Darin liegt
die Verantwortung und Verpflichtung begründet, und es ist zu begrüßen, wenn sie sich als
Repräsentanten des Ortes Rotfelden ihrer integrativer Funktion für Rotfelden bewußt sind und
bewußt bleiben.Feuerwehrmagazin auf dem Platz des 10 Jahre vorher abgebrannten Bühler'schen Hofes
("Altschulze") eingeweiht. Ein neues Schulgebäude wurde 1967 im Neubaugebiet "Stöck" erstellt.
Zugleich eine Turn- und Festhalle erstellt. Das nun leerstehende alte Schulgebäude und Rathaus
wurde 1991-1992 renoviert, wobei auch als Ersatz für das 1972 abgerissene Backhaus aus dem Jahr
1867 eine Backstube im Erdgeschoß hinzukam. Die freiwillige Feuerwehr erhielt 1993 ein neues
Magazingebäude in den Kenerwiesen, wodurch ein Erweiterungsbau für den neuen Kindergarten
möglich wurde, den man 1994 einweihte. Grundlegend renoviert wurde 1986-1988 die alte
Pfarrscheuer, als schmuckes Gemeindehaus dient das dreihundert Jahre alte Gebäude heute für
Veranstaltungen der Evangelischen Kirchengemeinde und auch für private Feierlichkeiten.
Stark verändert und umgestaltet wurde in den Jahren 19.. 19.. die altvertraute Dorfmitte. Dabei
fielen das ehemalige Back- und Waschhaus (später Molke) und die alte Friedenslinde den
Straßenbaumaßnahmen zum Opfer. Schon vorher war das Waaghäusle, lange Zeit hindurch der
Treffpunkt im Ort, entfernt worden. Der Dorfbrunnen wurde neben die neue Omnibushaltestelle mit
Wartehäuschen in der Ortsmitte versetzt. Verkleinert wurde der Kirchhof an der Südseite infolge
Rücksetzung der Mauer wegen Verbreiterung des "Neuen Sträßle". Auf dem Friedhof wurde
hingegen 1974 eine Leichenhalle erstellt. Nicht nur im Ort, sondern auch um den Ort herum
veränderte sich in den letzten Jahrzehnten das Bild. In der "Wanzen", im "Ottenbühl" und vor allem
in der "Stöck" und "Steinmauern" entstanden großflächige neue Wohngebiete. Durch Zuzüge ist die
Bevölkerung inzwischen (1997) auf 992 Einwohner angestiegen. Die in den vergangenen dreißig
Jahren erschlossenen und bebauten Wohnflächen übertreffen das alte Dorf bei weitem an Aus-
dehnung. Der 31.Dezember 1974 war der letzte Tag des selbständigen Ortes Rotfelden. Seit dem 1.
Januar 1975 sind die vier Orte Ebhausen, Rotfelden, Ebershardt und Wenden zu einer Gemeinde
zusammengeschlossen. Spezielle Interessen von Rotfelden werden seither durch den achtköpfigen
Ortschaftsrat gegenüber Gesamtgemeinderat und Verwaltung vertreten. Auch die selbständige
Schule in Rotfelden endete .... Zur Zeit wird das Schulhaus im Lerchenweg als Teil des
Gesamtschulverbands Ebhausen-Rohrdorf fün ... Grundschulklassen genutzt, deren Schüler aus
Rotfelden ... kommen. So hat sich das äußere Bild als auch die Struktur des Dorfes in den letzten
drei Jahrzehnten sehr stark verändert, unvergleichlich stärker als in allen Jahrhunderten seines
Bestehens zuvor. Dies gilt auch für die Zusammensetzung der Bevölkerung, die Lebensweise und
die Freizeitgestaltung. Von dieser Strukturveränderung betroffen sind auch die Vereine. Andererseits
sind die Vereine in gewisser Weise zu Erben der integrativen Kräfte des Ortes geworden. Darin liegt
die Verantwortung und Verpflichtung begründet, und es ist zu begrüßen, wenn sie sich als
Repräsentanten des Ortes Rotfelden ihrer integrativer Funktion für Rotfelden bewußt sind und
bewußt bleiben.